Frequently Asked Questions

1. Was ist Peer Review?

Peer Review ist ein externes Evaluationsverfahren, das der Qualitätsentwicklung am Schulstandort dient. Die Evaluation wird von einer Gruppe externer Experten/innen (Peers) durchgeführt. Die Schule erhält am Ende des Peer Reviews von den Peers sowohl mündliches Feedback als auch einen schriftlichen Bericht.

2. Was bedeutet Evaluation bzw. Evaluierung in Form von Peer Review?

Während des Peer Besuchs führen die Peers eine Evaluierung der Schule durch, d.h. sie untersuchen und bewerten jene zwei Qualitätsbereiche, die die Schule für die Evaluierung ausgewählt hat. Die Grundlage für die Untersuchung sind der Selbstbericht der Schule und weitere relevante Dokumente, die vom Peer Team zumindest teilweise schon vor dem Besuch analysiert wurden. Während des Peer Besuchs überprüfen die Peers die Ergebnisse der Selbstevaluierung und führen ihre eigene Evaluierung durch. Das bedeutet für gewöhnlich die Erhebung zusätzlicher Daten (durch Interviews,  Beobachtungen, Rollenspiele etc.).

3. Ist Peer Review für die Schulen verpflichtend?

Nein. Peer Review ist ein freiwilliges externes Evaluationsverfahren. Die Entscheidung, ein Peer Review durchzuführen oder nicht, obliegt allein der Schule.

4. Wie werden die Schulen ausgewählt?

Die jährliche Auswahl der Schulen (die sich innerhalb der veröffentlichten Bewerbungsfrist mittels eines Bewerbungsformulars um ein Peer Review bewerben müssen) erfolgt anhand der durch die dafür zuständige QIBB AG Evaluation der Sektion II des BMUKK definierten Kriterien.

5. Warum wird Peer Review als bottom up Verfahren bezeichnet?

Peer Review hat die Fragestellungen der Schule als Ausgangspunkt. Weiters erfolgt sowohl die Auswahl der von den Peers zu untersuchenden Qualitätsbereiche als auch die Auswahl der Peers durch die jeweilige Schule. Die Schule entscheidet schließlich auch, ob und wem sie über die Ergebnisse eines durchgeführten Peer Reviews berichtet, d.h. das „ownership“ bzw. die Eigentümerschaft über die Ergebnisse liegt bei der Schule.

6. Welches Ziel verfolgt Peer Review?

Das Ziel von Peer Review ist Schulentwicklung, die durch den Blick von außen (durch die Peers) Anregungen und Impulse bekommen soll. Die Schule erhält von den Peers kritische, aber wohlwollende kollegiale Rückmeldungen: Hinweise auf Stärken, aber auch auf mögliche Schwächen, neue Sichtweisen, interessante Ideen und bedenkenswerte Vorschläge etc. Die Schule soll so in ihren individuellen Bemühungen um Qualitätssicherung und -entwicklung unterstützt werden.

7. Wie ist Peer Review mit den bereits bestehenden QIBB Instrumenten verbunden?

Um die Verankerung von Peer Review in QIBB zu sichern, ist eine Einbettung in bereits vorhandene Instrumente notwendig. Die Evaluationsfragestellungen der Schule sollten daher, wenn möglich, den Qualitätsfeldern der für den jeweiligen Schultyp maßgeblichen Q-Matrix zugeordnet werden.
Nach dem Peer Review - wenn auf Grundlage der Ergebnisse der Selbstevaluation und des Peer Reviews Qualitätsziele überdacht und Maßnahmen geplant werden - ist die Verbindung der Zieldefinition aus dem Peer Review heraus mit den QIBB-Kerninstrumenten

  • Leitbild;
  • Entwicklungs- und Umsetzungsplan (EUP) bzw. Steuerungs- und Entwicklungsplan (STEP);
  • Qualitätsbericht;
  • Q-Matrix;
  • Management- und Performance Review (MPR) bzw. Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräch (BZG),

sehr sinnvoll und wird ausdrücklich empfohlen. Siehe dazu Grafik Peer Review in QIBB

8. Wie lange dauert der Peer Review Prozess?

Der Zeitraum von der Bewerbungsphase bis zum Peer Besuch umfasst zwei bis drei Semester. Die Dauer der daran anschließenden Phase 4 (Umsetzung) hängt von den speziellen Gegebenheiten und Plänen an der jeweiligen Schule ab. In der Regel sind für die tatsächliche Umsetzung von Maßnahmen aus dem Peer Review, je nach Größe des jeweiligen Projekts, Zeiträume von 6 Monaten bis zu mehreren Jahren zu veranschlagen.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Phasen eines Peer Review Verfahrens finden Sie hier.

9. Was sind Peers?

Peers sind Personen, die nicht der Schule angehören, die sich reviewen lässt, mit dem Praxisfeld „berufsbildende Schule“ aber vertraut sind und über professionelle Expertise in diesem Bereich verfügen – etwa Lehrer/innen, Berater/innen, Forscher/innen, Vertreter/innen der Unternehmenspraxis etc. Sie werden von der Schule eingeladen, um bestimmte, von der Schule definierte, Qualitätsbereiche zu evaluieren. Peers werden oft als „kritische Freunde/innen“ bezeichnet, da eine ihrer Hauptaufgaben darin besteht, kritisches aber gleichzeitig wohlwollendes und konstruktives Feedback an die Schulen zu geben. Mehr zu Peer Teams und den Rollen, Kompetenzen und Aufgaben von Peer Teams finden Sie hier.

10. Wie kommt die Schule zu den Peers?

Die Schule wählt ihre Peers aus der von ARQA-VET zur Verfügung gestellten österreichweiten Peer Datenbank aus. In dieser Peer Datenbank befinden sich Personen aus ganz Österreich, die nach einem klar definierten und transparenten Auswahlverfahren aufgenommen wurden. In der Regel haben diese Personen spezielle Schulungen zum Thema Peer Review absolviert und in vielen Fällen bereits praktische Erfahrungen als Peer (z. B. in den verschiedenen Leonardo da Vinci-Projekten zum Europäischen Peer Review Verfahren oder im Rahmen der österreichischen Pilotierung von Peer Review) gesammelt. Über die Aufnahme von Peers in die Peer Datenbank entscheidet die QIBB AG Evaluation der Sektion II Berufsbildung des BMUKK.
Es kann natürlich auch sein, dass die Schule Personen aus ihrem Umfeld kennt, die ihr als besonders geeignet für die ausgewählten Qualitätsbereiche und Fragestellungen erscheinen. Diese Personen befinden sich allerdings noch nicht in der Peer Datenbank, können sich aber – wenn sie die definierten Voraussetzungen mitbringen – für die Aufnahme in die Peer Datenbank bewerben. Für diese potenziellen Peers gelten die entsprechenden Aufnahmekriterien für die Peer Datenbank.

11. Was ist ein/e Peer Review Organisator/in?

Der/die Peer Review Organisator/in koordiniert alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Peer Review Verfahren an der Schule. Dabei kann es sich z. B. um eine/n Lehrer/in oder Administrator/in handeln. Idealerweise verfügt diese Person bereits über Erfahrungen zum Thema Qualitätssicherung und –entwicklung bzw. Evaluation, wie dies z. B. bei Schulqualitätsprozessmanagern/innen (SQPM) im Rahmen von QIBB der Fall ist. Als Bindeglied zwischen der Schule, ARQA-VET und dem Peer Team muss der/die Peer Review Organisator/in sorgfältig ausgewählt werden. Er/Sie ist verantwortlich für die Organisation und den reibungslosen Ablauf des Peer Reviews an der Schule. Er/Sie kümmert sich darum, dass die Peers rechtzeitig eingeladen werden, der Selbstbericht fertig gestellt und allen Peers zugesandt wird und der Peer Besuch vor Ort vorbereitet wird. Er/Sie ist auch Hauptansprechpartner/in für die Peers während des gesamten Peer Review Verfahrens.

12. Was ist ein/e Peer Koordinator/in?

Der/die Peer Koordinator/in übernimmt als Hauptverantwortliche/r für den Peer Review Prozess eine Schlüsselrolle im Peer Team ist und ist zuständig für die Kommunikation und Koordination innerhalb des Peer Teams, für das Zeitmanagement, für Kontakte zur Schule usw. Ebenfalls in seiner/ihrer Hauptverantwortung liegt die Erstellung des Peer Review in QIBB Berichts. Der/die Peer Koordinator/in sollte daher sorgfältig ausgewählt werden.

13. Wer unterstützt die Schule bei konkreten Fragen im Prozess?

Die Schule erhält Beratungs- und Unterstützungsleistungen von der Peer Review in QIBB Konktaktstelle an der Pädagogischen Hochschule Kärnten sowie von ihrem/r Peer Review Berater/in. Die Leistungen der Berater/innen umfassen die Unterstützung der Schule bei der Auswahl der Qualitätsbereiche und der Fragestellungen für das Peer Review sowie beim Verfassen des Selbstberichts, die Unterstützung bei der Auswahl von Peers und der Zusammensetzung von Peer Teams etc.

14. Wie viel Zeit sollte zwischen zwei Peer Reviews mindestens liegen?

Zwischen zwei Peer Reviews sollten mindestens drei Jahre liegen, da die Schule genügend Zeit braucht, um aus den Ergebnissen des Peer Reviews heraus Verbesserungsmaßnahmen zu planen, vorzubereiten und umzusetzen. Erst danach können die umgesetzten Veränderungen wiederum evaluiert werden, d.h. überprüft werden, ob und inwiefern die definierten Ziele erreicht wurden. Mit einem neuerlichen Peer Review beginnt der Kreislauf für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung von vorne.

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