Phase 4: FOLLOW UP oder: Was passiert nach dem Peer Besuch?

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Der Hauptzweck einer Evaluation besteht darin, dass aus der Evaluation Schlussfolgerungen gezogen werden, die es ermöglichen, Veränderungen in Organisationen einzuleiten und umzusetzen. Es liegt in der Verantwortung der Schulleitung – gemeinsam mit dem Qualitätsteam – dafür zu sorgen, dass die Ergebnisse des Peer Reviews für die Weiterentwicklung der Schule genutzt und damit konsequent umgesetzt werden.

Ergebnisse des Peer Reviews interpretieren und in Verbesserungsmaßnahmen umsetzen

Die Interpretation von Evaluationsergebnissen und die daran anschließende Ableitung von Zielen und Maßnahmen aus eben diesen Ergebnissen zählen zu den größten Herausforderungen für eine Schule, die ein Peer Review Verfahren durchgeführt hat. Bestimmte Elemente des Peer Review Verfahrens wirken jedoch unterstützend und hilfreich, wenn es um die Definition von Zielen und Maßnahmen in dieser Phase geht. Dazu zählen u. a. das offene Ansprechen von Verbesserungspotenzialen in der Feedbacksitzung und im Peer Review in QIBB Bericht sowie die kommunikative Validierung der Ergebnisse und die Möglichkeit zum ausführlichen Dialog zwischen den Peers und der Schule. Die Informationen, die die Peers an die Schule in Form des Feedbacks geben, sollten leicht verständlich und aussagekräftig sein, damit die Schule diese Ergebnisse unmittelbar nutzen und mit ihnen weiterarbeiten kann.

Veränderungen vorbereiten

Die Vorbereitung von Veränderungen in der Schule als Folge des Peer Reviews sollte mit einer umfassenden Informationspolitik (z.B. durch eine offene Diskussion innerhalb der Schule über die weitere Vorgangsweise) verbunden werden, damit sichergestellt ist, dass alle Betroffenen Zugang zu den Peer Review Ergebnissen haben. Dies erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Implementierung von Veränderungen, da die Motivation und das Engagement der Betroffenen innerhalb der Schule gestärkt werden.

Zur Umsetzung der Ergebnisse wird ein systematischer Prozess auf Basis des Qualitätszyklus vorgeschlagen (siehe dazu auch Europäisches Peer Review Handbuch, S. 31).

Vorgangsweise für eine systematische Umsetzung von Veränderungen und Verbesserungen in der Schule

Eine systematische Vorgangsweise zur Umsetzung von Veränderungen und Verbesserungen ist zu empfehlen. Einen Überblick über die möglichen Teilschritte in einem systematischen Veränderungs-prozess bietet die folgende Grafik (siehe dazu auch Europäisches Peer Review Handbuch, S. 31):

Maßnahmen

Schritt 1: Ziele revidieren und neu definieren

Zunächst müssen auf der Grundlage der Ergebnisse der Selbstevaluation und des Peer Reviews Qualitätsziele überdacht und Maßnahmen geplant werden. Für die Erreichung operativer Ziele sollten realistische Zeiträume (z.B. 6 Monate, zwei Jahre, drei Jahre) definiert werden. Das Europäische Peer Review Handbuch schlägt weiters vor, die Ziele „smart“ zu definieren:

S spezifisch
M messbar
A attraktiv
R realistisch
T terminisiert

Die Verbindung der Zieldefinition aus dem Peer Review heraus mit den QIBB-Kerninstrumenten

  • Leitbild;
  • Schulprogramm;
  • Qualitätsbericht;
  • Q-Matrix;
  • Management- und Performance Review (MPR) bzw. Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräch (BZG),

ist sehr sinnvoll und wird ausdrücklich empfohlen.

Peer Review in QIBB

Schritt 2: Ressourcen klären und Unterstützung planen

Um den Maßnahmenplan umzusetzen, ist es zunächst erforderlich, vorhandene bzw. notwendige Ressourcen abzuklären und den Plan in den Gesamtentwicklungsprozess Schule zu integrieren bzw. die Qualitätsarbeit mittels Peer Review weiterzuentwickeln.

Einige Fragen bzw. Überlegungen, die der Schule vor der konkreten Maßnahmenplanung und  umsetzung helfen können:

  • Welche unterstützenden bzw. treibenden Kräfte, die eingesetzt werden können, gibt es? (Qualitätsentwicklungsteam, Steuergruppen, andere Netzwerke etc.)
  • Welche Ressourcen sind verfügbar? (finanziell, personell, zeitlich)
  • Welche Hindernisse/Widerstände können auftauchen, und wie können/wollen wir damit umgehen?
  • Brauchen wir Beratung? Warum? Von wem?
  • Sind die verfügbaren Schulungen, z. B. im Rahmen von SCHILF-Seminaren, passend und ausreichend? Brauchen wir neue Schulungsmaßnahmen bzw. neue Methoden oder Handlungsmodelle?

Auf Basis dieser Informationen kann ein Maßnahmen- und Zeitplan entwickelt werden, der realistisch und vor allem auch motivierend ist (siehe dazu auch Europäisches Peer Review Handbuch, S. 31).

Schritt 3: Maßnahmen planen und umsetzen

In dieser Phase geht es darum, einen konkreten Maßnahmenplan zu erstellen. Dieser Maßnahmenplan muss vor allem die konkreten Aktivitäten, die Dringlichkeit, den Zeitrahmen, die Verantwortlichkeiten sowie die notwendigen Ressourcen beinhalten. Im Europäischen Peer Review Handbuch sind einige Leitfragen im Hinblick auf die Erstellung des Maßnahmenplans enthalten:

  • Womit beginnen wir? Was sind die nächsten Schritte, was sind die Prioritäten?
  • Was müssen wir tun, um das Ziel zu erreichen?
  • Sind die Zwischenziele und Meilensteine adäquat?
  • Welche Ressourcen (finanziell, zeitlich, personell) sind vorhanden?
  • Wer ist beteiligt und wer übernimmt die Verantwortung?
  • Wäre es günstig, eine Steuer- oder Arbeitsgruppe einzurichten?
  • Wer muss dem Maßnahmenplan zustimmen?
  • Wie können wir über den Maßnahmenplan informieren?

(vgl. Europäisches Peer Review Handbuch, S. 32; hier befindet sich auch ein Strukturvorschlag für einen Maßnahmenplan).

Schritt 4: Die Umsetzung evaluieren

So wie in QIBB die Evaluation als wichtiger Schritt im Qualitätskreislauf festgelegt ist, ist es auch im Umsetzungsprozess nach Peer Review wichtig, die umgesetzten Veränderungen zu evaluieren, d.h. zu überprüfen, ob und inwiefern die definierten Ziele erreicht wurden. Dazu ist es notwendig, Erfolgskriterien und –indikatoren zu definieren. Unterstützende Leitfragen dazu bietet das Europäische Peer Review Handbuch:

  • Wie wissen wir, dass wir Fortschritte gemacht haben? Wie erkennen wir, dass wir unsere Ziele erreicht haben? Welche Erfolgskriterien und -indikatoren können wir definieren? Welche Feedback-Methoden können wir anwenden?
  • Wem gegenüber sind wir verantwortlich? Wem gegenüber sind wir berichtspflichtig? Wer erinnert uns daran, unsere Ziele und Pläne weiterzuverfolgen, wenn wir sie vernachlässigen?
  • Welche positiven Konsequenzen können wir erwarten, wenn wir unsere Ziele erreichen? Wie belohnen wir uns, wenn wir unsere Ziele erreichen? Welche Konsequenzen gibt es, wenn wir unsere Ziele nicht erreichen?

Diese Selbstevaluierung der Umsetzung der Veränderungsmaßnahmen kann dann wiederum eine externe Evaluation wie Peer Review nach sich ziehen, womit der Kreislauf für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung von vorne beginnt – allerdings sollten zwischen zwei Peer Reviews mindes¬tens drei Jahre liegen (siehe dazu auch Europäisches Peer Review Handbuch, S. 32).

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